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Traumstart in die WM-Mission: DFB-Frauen deklassieren Slowenien in Dresden mit 5:0

Der Weg zur Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien ist offiziell eröffnet, und die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat gleich zum Auftakt ihre Ambitionen eindrucksvoll untermauert. Am heutigen Dienstagabend, dem 3. März 2026, präsentierte sich das Team von Bundestrainer Christian Wück im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden in meisterlicher Frühform. Mit einem dominanten und spielerisch überzeugenden 5:0-Erfolg gegen Slowenien wurde der erste Grundstein in der anspruchsvollen Qualifikationsgruppe A4 gelegt. Wie wir in den tiefgehenden Sportanalysen auf zeitkurier.com regelmäßig betonen, ist gerade in den neuen europäischen Qualifikationsformaten ein fehlerfreier Start von immenser psychologischer Bedeutung, da sich nur der Gruppensieger direkt für die Endrunde in Südamerika qualifiziert.

Die Kulisse in der sächsischen Landeshauptstadt bot mit über 19.100 enthusiastischen Zuschauern den perfekten Rahmen für dieses erste Länderspiel des Jahres. Der Druck auf den DFB-Frauen war nach den durchwachsenen Turniererfahrungen der jüngeren Vergangenheit spürbar, doch die Mannschaft verwandelte diese Anspannung von der ersten Minute an in pure offensive Energie. Wie das renommierte Sportmagazin kicker berichtet, überrollte die deutsche Offensive die slowenische Defensive phasenweise regelrecht und ließ zu keinem Zeitpunkt Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen.

Personelle Überraschungen und taktische Neuausrichtung

Die Vorzeichen vor der Partie waren nicht gänzlich ungetrübt. Bundestrainer Christian Wück musste kurzfristig auf wichtige Stützen verzichten. Insbesondere der verletzungsbedingte Ausfall von Klara Bühl, die sich in der Vorbereitung eine Muskelverletzung zugezogen hatte, zwang das Trainerteam zu kreativen Umstellungen in der Angriffsreihe. Auch Selina Cerci stand nicht zur Verfügung. Wück wählte ein variables 4-2-3-1-System, das im Ballbesitz stark einem 4-3-3 ähnelte, um maximalen Druck auf die Außenspielbahnen auszuüben.

Eine der bemerkenswertesten Personalentscheidungen war die Nominierung von Shekiera Martinez für die Startelf. Die Stürmerin in Diensten von West Ham United feierte damit ihr Startelf-Debüt im DFB-Dress und brachte von Beginn an eine enorme physische Präsenz in das zentrale Angriffsdrittel. Auf den Flügeln sollten Vivien Endemann auf der linken Seite und Jule Brand, die von der zentralen Zehner-Position wieder auf die rechte Außenbahn rückte, für Tempo sorgen. Das kreative Zentrum wurde der erfahrenen Linda Dallmann anvertraut, die an diesem Abend eine absolute Schlüsselrolle einnehmen sollte.

Eine stürmische Anfangsphase stellt die Weichen früh auf Sieg

Die taktische Marschroute war ab dem Anpfiff offensichtlich: Den Gegner durch hohes Pressing einschnüren und frühe Ballgewinne erzwingen. Diese Strategie trug bereits in den ersten Minuten Früchte. Nachdem Martinez in der fünften Minute noch knapp gescheitert war, schlug die DFB-Auswahl nur eine Minute später eiskalt zu. In der 6. Minute demonstrierte Linda Dallmann ihre herausragende Übersicht, setzte sich im Mittelfeld gegen mehrere slowenische Gegenspielerinnen durch und spielte einen perfekt getimten Schnittstellenpass auf Vivien Endemann. Die Wolfsburgerin nutzte ihre Geschwindigkeitsvorteile gnadenlos aus und schob den Ball überlegt durch die Beine der slowenischen Torhüterin Zala Meršnik zur 1:0-Führung ein.

Der frühe Treffer wirkte wie ein Katalysator für das Selbstbewusstsein der deutschen Elf. Die Sloweninnen, die sich eigentlich auf eine kompakte Defensive eingestellt hatten, wirkten in dieser Phase völlig überfordert von der hohen Ballzirkulation und den ständigen Positionswechseln der Gastgeberinnen. Bereits in der 12. Minute folgte der nächste Nackenschlag für die Gäste. Erneut war es Endemann, die auf dem Flügel gleich zwei Verteidigerinnen auf sich zog und damit den Raum für Elisa Senß öffnete. Senß bewies im Strafraum große Ruhe, ließ mit einem kurzen Schlenker ihre direkte Gegenspielerin ins Leere laufen und vollendete mit einem präzisen Flachschuss ins kurze Eck zum 2:0.

Taktische Dominanz und die Rolle von Linda Dallmann

Die restliche erste Halbzeit war ein klares Spiegelbild der Kräfteverhältnisse im europäischen Frauenfußball. Deutschland dominierte den Ballbesitz zeitweise mit über 70 Prozent und ließ den Ball flüssig durch die eigenen Reihen laufen. Besonders Linda Dallmann stach als unermüdliche Antreiberin heraus. Sie fungierte als Bindeglied zwischen dem defensiven Mittelfeld, wo Sjoeke Nüsken und Elisa Senß die Bälle verteilten, und der vordersten Angriffsreihe.

Trotz der drückenden Überlegenheit verpasste es die DFB-Elf jedoch, das Ergebnis bis zum Pausenpfiff noch deutlicher in die Höhe zu schrauben. Martinez sah in der 17. Minute einen vielversprechenden Abschluss von der Hand einer Verteidigerin geblockt, und auch Distanzschüsse von Giulia Gwinn (20.), Rebecca Knaak (21.) und Endemann (23.) verfehlten ihr Ziel knapp.

Die slowenische Mannschaft von Trainer Saša Kolman kam erst in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit zu etwas Entlastung. Die Gäste versuchten, über schnelle Umschaltmomente für Gefahr zu sorgen, doch die neu formierte deutsche Viererkette, bestehend aus Kapitänin Giulia Gwinn, Camilla Küver, Rebecca Knaak und Franziska Kett, stand zumeist sicher. Die einzige echte Prüfung für die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger resultierte aus einem Konter in der 40. Minute, als Zara Kramzar frei zum Abschluss kam, Berger den Winkel jedoch geschickt verkürzte und per Fußabwehr klärte.

Die zweite Halbzeit: Ein Traumdebüt und ungebrochener Torhunger

Wer erwartet hatte, dass die deutsche Mannschaft nach dem Seitenwechsel angesichts der komfortablen Führung mindestens einen Gang zurückschalten würde, sah sich schnell getäuscht. Christian Wück bewies mit seinen Auswechslungen, dass er den Rhythmus hochhalten wollte. Zur Pause kamen Larissa Mühlhaus für Jule Brand und Sarai Linder für Franziska Kett in die Partie. Auch auf der rechten Abwehrseite gab es einen Wechsel: Carlotta Wamser ersetzte Giulia Gwinn.

Es dauerte nur drei Minuten nach Wiederanpfiff, bis das Netz der Sloweninnen erneut zappelte. Wieder war es die überragende Linda Dallmann, die den Angriff nicht nur initiierte, sondern auch selbst abschloss. Nach einem feinen Doppelpass mit Nüsken startete Dallmann dynamisch in den Sechzehner durch und spitzelte den Ball raffiniert an Torhüterin Meršnik vorbei in die kurze Ecke zum 3:0 (48.).

Der emotionale Höhepunkt des Abends ereignete sich jedoch in der 53. Minute. Die zur Halbzeit eingewechselte Bremerin Larissa Mühlhaus, die an diesem Abend ihr allererstes A-Länderspiel bestritt, krönte ihr Debüt mit einem Treffer. Auch hier hatte Dallmann ihre Füße im Spiel: Eine scharfe Hereingabe von der Grundlinie wurde von Nüsken auf Mühlhaus quergelegt, die aus kurzer Distanz keine Mühe mehr hatte, zum 4:0 einzuschieben. Ein perfekter Einstand für die junge Angreiferin, der zeigt, über welche Kadertiefe Bundestrainer Wück mittlerweile verfügen kann.

Schüllers Schlusspunkt und die defensive Stabilität

Mit dem klaren 4:0 im Rücken ließ die Intensität des deutschen Pressings im letzten Drittel der Partie erwartungsgemäß ein wenig nach. Wück nutzte die Gelegenheit, um weiteren Spielerinnen Einsatzzeiten zu gewähren. In der 66. Minute ersetzte die erfahrene Lea Schüller die stark aufspielende, aber glücklose Debütantin Shekiera Martinez im Sturmzentrum.

Es dauerte nicht lange, bis Schüller ihren Torriecher unter Beweis stellte. In der 71. Minute nutzte sie eine der nun seltener werdenden Unachtsamkeiten in der slowenischen Hintermannschaft konsequent aus und markierte den 5:0-Endstand. Ein weiterer Kopfballtreffer von Schüller in der Schlussphase wurde aufgrund einer knappen Abseitsstellung vom griechischen Schiedsrichtergespann um Eleni Antoniou korrekterweise aberkannt.

Die defensive Stabilität der deutschen Mannschaft in der zweiten Halbzeit ist ebenfalls hervorzuheben. Ann-Katrin Berger verlebte nach dem Seitenwechsel einen äußerst ruhigen Abend, da das defensive Mittelfeld um die eingewechselte Lisanne Gräwe (kam in der 76. Minute für Senß) die Räume vor der Abwehrkette konsequent schloss. Slowenien fand schlichtweg keine Mittel, um das kompakte deutsche Konstrukt zu durchbrechen.

Ausblick auf das Gipfeltreffen in Norwegen

Der 5:0-Kantersieg in Dresden ist zweifellos ein Traumstart in diese WM-Qualifikationskampagne. Die Mannschaft präsentierte sich spielfreudig, taktisch diszipliniert und vor dem Tor über weite Strecken effizient. Die Leichtigkeit, mit der die Ausfälle von Leistungsträgerinnen wie Klara Bühl kompensiert wurden, spricht für das hervorragende Binnenklima und die hohe individuelle Qualität im Kader.

Dennoch wissen Christian Wück und sein Team dieses Ergebnis richtig einzuordnen. Slowenien war an diesem Abend kein Gradmesser für die absolute Weltspitze. Die wahren Herausforderungen in der Gruppe A4 warten noch. Der Blick richtet sich nun unweigerlich auf den kommenden Samstag, den 7. März 2026. Dann gastieren die DFB-Frauen in Stavanger bei der norwegischen Nationalmannschaft.

Die Skandinavierinnen haben am heutigen Abend ihre Hausaufgaben ebenfalls gemacht und im Parallelspiel Österreich mit 1:0 besiegt. Damit kommt es am Wochenende bereits zum ersten echten Gipfeltreffen dieser Gruppe. Norwegen, ein traditionell physisch starker und taktisch bestens geschulter Gegner, wird der deutschen Defensive deutlich mehr abverlangen als die harmlosen Sloweninnen. Da sich nur der Erste dieser Vierergruppe das direkte Ticket für die Endrunde an der Copacabana sichert, hat das Duell in Norwegen bereits einen stark richtungsweisenden Charakter.

Die Leistung von Dresden gibt jedoch allen Grund zum Optimismus. Wenn die deutsche Elf diese Mischung aus defensiver Kompaktheit und offensiver Variabilität auch in Skandinavien auf den Platz bringen kann, ist der nächste große Schritt in Richtung Brasilien 2027 mehr als realistisch. Der Startschuss ist gefallen, und die DFB-Frauen haben unmissverständlich klargemacht, dass der Gruppensieg nur über sie führen wird.